Carpaltunnel-Syndrom (CTS)

Das Carpaltunnel-Syndrom bezeichnet ein Kompressions-/Engpaßsyndrom eines Nerven im Bereich der Handwurzel (lateinisch: carpal). Es ist das mit Abstand häufigste Kompressionssyndrom eines Nerven. Etwa 8-10% der erwachsenen Bevölkerung leiden an einem CTS, das in der Regel beidseitig auftritt, jedoch die dominante Hand bevorzugt. Frauen sind 3-4 mal so häufig betroffen wie Männer. Eine erblich (genetisch) bedingte Enge des knöchernen Karpalkanals wird als eigentliche Ursache für die Entstehung eines CTS angesehen. Als Auslöser für das Auftreten der Beschwerden gelten hormonelle Störungen, Diabetes, Gicht, Rheuma, Unfälle, (alternsbedingte) Verschleißerscheinungen und Arbeitsbelastung. 

Der Karpaltunnel wird auf 3 Seiten von Handwurzelknochen begrenzt. Als Dach spannt sich vom Daumen- zum Kleinfingerballen ziehend ein derbes Band (Retinakulum). In diesem Kanal verlaufen die Fingerbeugesehnen und der oberflächlich liegende Medianusnerv, der den Daumen, Zeige- u. Mittelfinger sowie die daumenseitige Hälfte des Ringfingers versorgt. Durch Einengung des Tunnels wird der Nerv gequetscht, was zum Taubheitsgefühl und zum Kribbeln/Einschlafen dieser Finger führt. Der kleine Finger ist meist nicht betroffen.

Das Carpaltunnel-Syndrom beginnt klassisch mit nächtlichem Einschlafen und Kribbeln der Finger. Zusätzlich können ein Schwellungsgefühl und Schmerzen der Hand und Finger auftreten. "Mir schlafen nachts die Hände ein" ist eine so typische Aussage des Betroffenen, das sie in mehr als 90% der Fälle bereits die korrekte Diagnose erlaubt ! Das Ausschütteln der Hände bringt eine Besserung der Beschwerden und ist ebenfalls typisch für ein CTS. Später treten die Beschwerden auch am Tage auf, wenn es zum Abknicken der Hand im Handgelenk kommt (z.B. beim Auto- u. Fahrradfahren, Telefonieren, Zeitunglesen, Kartoffelschälen, Handarbeiten usw.). Es kann schließlich zu einem ständigen Taubheitsgefühl der Finger mit Störung der Feinmotorik (z.B. beim Knöpfen, Handarbeiten etc.) sowie zu einem deutlichen Muskelabbau am Daumenballen kommen.

Die konservative Behandlung des CTS mittels Handgelenksschiene, Kortison-Injektion in den Karpaltunnel oder Physiotherapie kann zu einer vorübergehenden Linderung der Beschwerden führen und eine notwendige operative Versorgung verzögern helfen. Eine anhaltende Beschwerdefreiheit läßt sich hierdurch aber nicht erreichen. Letztendlich bringt nur der operative Eingriff mit Durchtrennung des Bandes eine dauerhafte Heilung.

Die operative Behandlung ist immer dann zu empfehlen, wenn nach hinreichender Sicherung der Diagnose zunehmende, lästige, auch die Nachtruhe störende Beschwerden bestehen und sensible Störungen (Taubheitsgefühl, Kribbeln) vorliegen. Die neurologischen Meßwerte allein sind kein Maßstab für die OP-Notwendigkeit !