Epicondylitis radialis humeri (Tennisellenbogen)

Die Epicondylitis radialis humeri ist ein schmerzhafter Reizzustand des Sehnenansatzes der Streckmuskeln des Unterarmes am Knochenvorsprung an der Außenseite des Ellenbogens. Ursache dieses Schmerzsyndroms ist eine Überbeanspruchung der Unterarmmuskulatur, speziell des Sehnenansatzes am Ellenbogen, hervorgerufen durch länger andauernde ungewohnte Tätigkeiten (längeres Autofahren, krampfhaftes Festhalten der Lenkstange bei längerem Radfahren, Arbeiten am PC, immer wiederkehrendes Zugreifen, Festhalten und Anheben von Gegenständen) oder sportliche Überaktivitäten, die den Arm, speziell die für jeden Handgriff wichtigen Handgelenkstrecker beanspruchen.

Der Betroffene klagt typischerweise über brennende, ziehende oder reißende Schmerzen an der Außenseite des betroffenen Ellenbogens bei der Benutzung des Armes. Grundsätzlich schmerzen alle überwiegend mit der Streckmuskulatur des Unterarmes ausgeführten Tätigkeiten wie Händedruck, Türöffnen, Flaschenöffnen, Getränkeeingießen oder Anheben von Gegenständen. Der Schmerz strahlt meist in den Unterarm bis zur Hand aus, gelegentlich auch in den Oberarm.

Grundsätzlich kann jeder Tennisellenbogen konservativ behandelt werden. Salben, schmerz-/entzündungsbehandelnde Medikamente und Physiotherapie sind in aller Regel nicht erfolgversprechend. Das Anlegen eines Oberarmgipses zur Ruhigstellung kann man versuchen, ist aber selten sinnvoll. Nach 2- bis 3-wöchiger Gipsruhigstellung kann die Entzündung zwar deutlich gebessert werden, aber die rasch abbauende Muskulatur ist bei Wiederaufnahme der alten Tätigkeit noch anfälliger. Die am häufigsten angewandte Behandlung ist die Injektion von Kortison. Sie kann über einige Zeit eine Beschwerdefreiheit verschaffen, sehr oft sind jedoch weitere Injektionen in immer kürzeren Abständen erforderlich. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind die Bestrahlung des Ellenbogens mit Röntgenstrahlen (Strahlentherapie) und die Stoßwellentherapie. Keine der genannten Methoden bringt eine 100% garantierte Heilung.

"A und O" der Therapie ist die Vermeidung oder Reduzierung aller schmerzauslösenden Tätigkeiten ! Alle Tätigkeiten müssen so umgeändert und ausgeführt werden, daß dabei kein Schmerz verspürt wird ! Für den kooperativen und einsichtigen Betroffenen ist dies erfahrungsgemäß die beste Methode. Dabei muß jedoch Geduld aufgebracht werden, weil mit einem Heilungszeitraum von mindestens 1/2 bis zu 1 Jahr gerechnet werden muß.

Die Operation des Tennisellenbogens sollte die Methode der letzten Wahl sein und erst dann angewendet werden, wenn alle konservativen Behandlungsmaßnahmen erschöpft sind.